25.01.2012

Israel - Vorzeigedemokratie

Eine Gruppe ultra-orthodoxer Juden hat Polizeiangaben zufolge in der Nähe von Jerusalem eine Frau angegriffen und verletzt. Rund ein Dutzend Männer hätten die Frau in der Stadt Beit Schemesch umzingelt, sie mit Steinen beworfen und die Reifen ihres Autos aufgeschlitzt. Die Frau habe zum Zeitpunkt der Attacke Poster für die israelische Nationallotterie aufgehängt. In Beit Schemesch gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Spannungen zwischen gemäßigten jüdischen Bewohnern, die einen modernen Lebensstil pflegen, und ultraorthodoxen Extremisten. Diese versuchen in der Öffentlichkeit die Geschlechtertrennung durchzusetzen - zum Teil mit rabiaten Methoden.

Verfolgung einer Achtjährigen - Die Stadt war im Dezember zum Symbol für den Streit geworden: Ein achtjähriges Mädchen war auf seinem Schulweg von Radikalen verfolgt worden, weil sie nach deren Sicht nicht angemessen gekleidet war. Daraufhin demonstrierten Tausende. Auch in einigen Vierteln Jerusalems waren in den vergangenen Monaten Frauen beschimpft, bespuckt und mit Steinen beworfen worden, wenn sie sich frei auf der Straße bewegten und keine langen Röcke oder Kopfbedeckungen trugen. Die sog. Ultraortho´doxen beschimpfen die Polizei als Nazis und kritisieren die Politik der zionistischen Regierung Netanjahu als judenfeindlich.